Familien nicht länger allein lassen - pragmatische Lösungen entwickeln

Hilmar Nagel, Kreisverbandsvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wolfenbüttel: „Die sinkende Zahl von Neuinfektionen ist ein echter Grund zur Freude, kehrt damit doch ein Stück Normalität zurück in unseren Alltag. Allerdings beobachten wir, dass auch bei den nun erfolgten Lockerungen wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen und die Belange von Familien nicht hinreichend bedacht wurden. Zwar werden Spielplätze wieder geöffnet, in Parks darf gepicknickt werden, Schulen nehmen den Betrieb sukzessive wieder auf und Kitas erweitern ihre Betreuungsmöglichkeiten - das ist alles zu begrüßen - aber die Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien werden den Herausforderungen, mit denen Familien aktuell konfrontiert sind, nicht gerecht.“

Die Öffnung von Restaurants, Geschäften, Büros und Schulen führt dazu, dass wieder mehr Mütter und Väter das Homeoffice verlassen müssen. Was aber tun Familien, wenn Kinder nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen können, weil die Notbetreuung bereits voll ist oder der Beruf der Eltern nicht ‚systemrelevant‘ ist? Immer mehr Familien stecken in dieser Zwickmühle, weil die Betreuungsmöglichkeiten für Kinder nicht parallel zu den Lockerungen im Bereich der Wirtschaft ausgeweitet werden.

Julia Willie Hamburg, Fraktionsvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im niedersächsischen Landtag: „Das Land hätte in den vergangenen Wochen die Zeit nutzen müssen, um gemeinsam mit den Kommunen und Trägern nach weiteren Möglichkeiten der Notbetreuung zu suchen. Wenn die Kapazitäten in den Einrichtungen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, muss der Druck aus den Kitas und von den Eltern genommen werden. Hier braucht es kreative Lösungen und geregelte Anspruchsvoraussetzungen für die Notbetreuung. Hier darf der Druck nicht an die Kommunen weitergegeben werden. Ein Corona-Elterngeld und ein ausgeweiteter Kündigungsschutz würden zumindest die existentiellen Sorgen aus den Familien nehmen und den Spagat zwischen Beruf und Kinderbetreuung erleichtern. Auch in den Schulen wird es entscheidend sein, Bildungsbenachteiligungen gezielt zu begegnen und die soziale Schieflage bei der Ausstattung mit Laptops und einem warmen Mittagessen zu beheben.“

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landkreis Wolfenbüttel fordern deshalb die Landesregierung und die Verwaltungen hier vor Ort dazu auf, die Familien in dieser Situation nicht allein zu lassen. Oftmals scheitern zusätzliche Gruppen für eine Notbetreuung an fehlenden Räumlichkeiten. Hier sollten in Absprache mit den Schulbehörden zügig pragmatische Lösungen gefunden werden. Außerdem sollten Stadtteiltreffs wieder öffnen und die Jugendpflegen wieder ihre Angebote aufnehmen, um Kindern und
Familien auch am Nachmittag Hilfen unterbreiten zu können. Die Landesregierung und Kreisverwaltung mögen die Gemeinden dabei personell und finanziell unterstützen.

Fußball sollte im Kindergarten gespielt werden, denn Kinder sind systemrelevant. Wer Kitas weiter geschlossen hält, schadet Kindern wie Eltern. Die Eltern fehlen als Arbeitskräfte. Das wiederum lähmt die Wirtschaft.

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